Capella Antiqua Bambergensis "Klang der Gotik - Musik um 1300

Capella Antiqua Bambergensis
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Art.Nr.: CAB-11

Details

Zusammen mit den beiden Ausnahme-Musikerinnen Christine Maria Rembeck (Gesang) und Nora Thiele (Percussion) lässt die Capella Antiqua Bambergensis einen außergewöhnlichen Querschnitt durch die (mystische) aufregende Klangwelt der Gotik erklingen.

Mitten in der immer noch geheimnisvollen Zeit des Mittelalters gibt es eine unglaubliche Revolution : im Jahr 1209 beginnt in Deutschland, mit dem Bau des Magdeburger Doms, nicht nur in der Baugeschichte eine neue Epoche - der Spitzbogen löst den Rundbogen ab - auch in der Musik ändert sich Grundlegendes.

Der Griff zum Himmel: Die Kathedralen der Gotik. Im Schatten dieser gewaltigen Bauwerke erblühte die Musik wie nie zuvor oder danach: Aus dem Morgenlande kamen bisher kaum bekannte Instrumente, Tänze und Rhythmen. Die Höfe der regierenden Salier und Staufer hielten sich die bekanntesten Virtuosen auf Fidel und Schalmei, Flöten und Harfen, Sackpfeifen und Drehleiern. Die Klöster schrieben diese Musik auf, die Nonnen griffen in mythischen Weisen ins Paradies. Die neue CD der Capella Antiqua Bambergensis begibt sich in dieses klangliche Abenteuer und führt in eine andere Welt, die man nicht einmal erahnen konnte: Den Klang der Gotik.

In mehr als 64 Minuten Musik erklingen auf dieser CD nicht nur 20 außergewöhnliche Musikstücke aus dem Notre Dame Organum, von Guillaume Dufay, Hildegard von Bingen, Oswald von Wolkenstein, Alfonso el Sabio, dem berühmten Anonymus, sondern auch von Nora Thiele. Das 32 -seitige Booklet der CD enthält Fachaufsätze der führenden deutschen Wissenschaftler Prof. Dr. Bernd Schneidmüller, Prof. Dr. Matthias Puhle, Prof. Dr. Wolfgang Spindler und Prof. Dr. Tomas Sauer zu kulturellen Themen der Gotik. Das Klangspektrum der verwendeten Musikinstrumente reicht von Dudelsack, Platerspiel, Hümmelchen, Portativ und Fidel, zu verschiedenen historischen Harfen, von der wunderbaren Stimme von Christine Maria Rembeck bis zu Nora Thieles facettenreicher Klangwelt der mittelalterlichen Schlaginstrumente.

Zitat aus der FAZ vom 17.10.09

Klingt wie Jazz auf gotisch Musik um 1300 mit der Capella Bambergensis

Es ist fast wie zu Zeiten, da die Stadtmusiker noch eine Zunft bildeten: Eine ganze Bamberger Familie widerlegt tatkräftig das musikhistorische Diktum, wonach Deutschland musikalisch erst "um 1450 in den Vordergrund" getreten sei. Diese Familie forscht und sammelt, baut Instrumente nach, organisiert Ausstellungen, veröffentlicht dazu Kataloge - und sie musiziert: Vier von sechs Mitgliedern der "Capella Antiqua Bambergensis" tragen den Nachnamen Spindler.

Ihr neues Album "Klang der Gotik" geben die Spindlers im eigenen Plattenverlag heraus, der auch schon Rares wie den Codex Manesse zum Klingen gebracht hat (siehe F.A.Z. vom 9. Dezember 2006). Und bei der Ausstellung "Aufbruch in die Gotik" im Kulturhistorischen Museum Magdeburg ist sogar ein ganzer Raum der bislang bei Mittelalterausstellungen vernachlässigten Musik gewidmet; nicht zufällig arbeitet Thomas Spindler hier als "Kommunikationsberater". Andreas Spindler dagegen baut in seiner Werkstatt im fränkischen Schloss Wernsdorf Musikinstrumente der Gotik nach, auch jene, die die Capella Antiqua Bambergensis benutzt, darunter Schalmei, Harfen und Fideln, außerdem Sackpfeifen, Trommeln und Hörner. All diese Instrumente werden in der Magdeburger Ausstellung hörbar, Bilder eines Computertomographen bieten etwa Einblicke in das Innenleben einer Drehleier. Sichtbar werden die Instrumente auch auf den Zeichnungen mittelalterlicher Handschriften, nicht nur als Begleiter von Minnesängern. Diese wissenschaftliche Grundlage bietet Vater Wolfgang Spindler, als Hochschullehrer in Bamberg tätig, außerdem Gründer des Mittelalter-Ensembles.

Dass die Klänge der Gotik bisweilen an arabische Tonfolgen erinnern, ist kein Zufall. Zwei der siebzehn auf dem Album enthaltenen Stücke hat Nora Thiele zwischen 2008 und 2009 komponiert oder vielmehr: den gotischen Klängen nachempfunden. Alle anderen sind zwischen 1100 und 1450 entstanden. Thiele interpretiert aber nicht nur frühe Musik, sondern auch orientalische. In "David Turki" etwa verbindet sie das Werk eines frühmittelalterlichen Komponisten mit einem traditionellen arabischen Rhythmus. Außerdem gibt es eine deutliche, starke Linie, die von der orientalischen zur gotischen Musik führt, hörbar etwa beim um 1400 komponierten "Tancok". Von den Kreuzzügen brachten die Ritter die arabische Laute Ud mit heim, und Walther von der Vogelweide übernahm für seinen Sprechgesang Melodien aus dem arabischen Raum, gehört beim fünften Kreuzzug 1217.

Die meisten Stücke der CD stammen aus Frankreich, wo eine Revolution in der Musik begann, die nicht nur die Klänge der Gotik prägen sollte: Zum Weihnachtsfest 1198 sangen erstmals im Hochamt in Notre-Dame in Paris - angeregt vom musikkundigen Erzbischof Odo - vier Männer den Gebetsteil der Graduale nicht im gewohnten melodischen Gleichmaß des gregorianischen Chorals, sondern selbständig als "Gegenstimmen". Die beiden ältesten Lieder dieses Albums, von der Capella Antiqua Bambergensis unterlegt mit Glöckchen und Harfe, hat Hildegard von Bingen um 1150 komponiert als geistlichen Minnesang für ihre Nonnen - von jeher waren Psalmen ein Gebet mit Saitenspiel. Notenaufzeichnungen gibt es dazu nicht, die Notation der Musik war gerade erst im Begriff, sich zu entwickeln. Musik wurde mündlich überliefert, die Melodien von Musiker zu Musiker weitergegeben und improvisiert, gleichsam als Jazz des Mittelalters - vielleicht ein Grund für ihren eigentümlichen, für uns teils fremden, teils vertrauten Reiz. ROBERT VON LUCIUS

Text: F.A.Z., 17.10.2009, Nr. 241 / Seite 41

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